Lauras Blog

…und auf einmal muss man wieder laufen lernen

13.03.2017

Die Zeit um die Abiturklausuren herum hat mir vor drei Jahren viele schlaflose Nächte bereitet. Was will ich? Wo möchte ich sein? Vielleicht fühlt ihr euch im Moment auch so und ich kann euch mit diesem Text die Angst nehmen!

…und auf einmal muss man wieder laufen lernen

Na? Du machst ja bald Abi! Dann willst du sicherlich studieren gehen. Oder doch eine Ausbildung? Wie wäre es denn mit einem FSJ? Dieses große schwarze Loch, welches sich auf einmal auftut, erscheint unendlich groß. Bis zu den Abivorklausuren erschien mir vor drei Jahren noch alles entspannt. Aber dann habe ich gemerkt, dass es doch etwas ernster wird. Da denkt man, man wäre doch gerade richtig erwachsen, weil man das Abi fast gemeistert hat. Ein Meilenstein in seiner bisherigen Karriere! Und dann klopfen die Verwandten an und wollen wissen, welche glorreichen Zukunftspläne man denn schon geschmiedet hat. Wo man sich denn wohl in 10 Jahren sieht. Da fällt einem die Decke auf den Kopf. Man fühlt sich auf einmal wieder so klein, möchte lieber mit einer Schüssel Cornflakes vor dem Fernseher sitzen und noch 15 Jahre weiter zur Schule gehen. Keine Sorgen machen um nichts, auf einmal doch nicht mehr schnell erwachsen werden. Bitte nicht jetzt! Ein ständiger Grad maximaler Verwirrtheit gepaart mit dem Gefühl auf einmal so allein zu sein in dieser großen Welt, in die man noch nicht hineingeworfen werden möchte.

Aber Entwarnung! Ihr seid bald zwar wieder Ersti all over again und auf einmal wieder die Kleinsten, aber auf euch warten Jahre voller neuer Erfahrungen und interessanter Menschen!

Ich habe mich vor drei Jahren auch ganz klein gefühlt, aber habe mir auch gesagt: Laura, wenn du jetzt nichts unternimmst und in dich hineinhorchst, was du wirklich willst, dann sitzt du hier wirklich noch 15 Jahre. Okay, ich wollte schon immer Psychologie studieren. Soziale Arbeit fand ich auch interessant. Aber Journalismus reizte mich auch. Zurück auf Anfang. So kam ich nicht weiter. Ich habe viele Gespräche mit Freunden und meiner Familie geführt. Wo will ich eigentlich hin? Das wusste ich mit 18 wirklich noch nicht. Also habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Psychiatrie entschieden. Psychologie zu studieren war schon immer ein Wunsch von mir. Also, erst einmal Auszeit nehmen und einen klaren Kopf bekommen. Hinein schnuppern in das, was ich studieren möchte! Nach dem Jahr habe ich für mich entschieden, dass Psychologie nie etwas sein wird, was ich mein ganzes Leben lang machen möchte. Also blieb mir wohl der Journalismus. Und irgendwo lagen da ja auch meine Talente. Also warum nicht? Stundenlang habe ich gegoogelt, telefoniert, bin zu Tagen der offenen Türen gefahren, habe mich sogar an einer Schule für Journalismus beworben. Ich war immer noch nicht zufrieden und das große schwarze Loch wurde immer größer. Und dann kam die Eingebung. Was ist eigentlich mit den Niederlanden?

26.280 Stunden später und ich sitze hier. In meiner Akademie, in den Niederlanden und schreibe meine Gedanken für euch auf. Und ich kann euch sagen: Ich bin noch nie zufriedener mit mir selbst gewesen und das schwarze Loch ist auch weg!

Also, wenn ihr gerade auf der Suche nach einem Studium seid und kurz vor dem Abi steht: Lasst euch nicht einschüchtern von den Plänen eurer Freunde oder Wunschträume eurer Eltern. Es braucht Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei mir dauerte es ein ganzes Jahr. Und so utopisch ihr manche Pläne auch finden solltet, zieht sie dennoch erst einmal in Erwägung. Über Bord schmeißen geht immer! Und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Denn wir sind jung und jetzt ist die Zeit alles auszuprobieren! Also traut euch, horcht in euch hinein und macht was euch Spaß macht, was euch liegt und vor allem: Macht das, was von Herzen kommt!

Groetjes en tot de volgende keer,
Laura!